Was bedeutet KI-gestütztes Entscheidungsmanagement?
KI-gestütztes Entscheidungsmanagement bezeichnet den Einsatz von Modellen zur Vorbereitung wiederkehrender, gleichartiger Entscheidungen. Das System wertet die vorliegenden Angaben aus, ordnet den Fall einer Kategorie zu und schlägt ein Ergebnis samt der tragenden Gründe vor. Die Entscheidung selbst trifft weiterhin ein Mensch, sofern keine ausdrückliche Rechtsgrundlage die vollständige Automatisierung erlaubt. Vom reinen Regelwerk unterscheidet es sich durch den Modellanteil.
Ein solches System besteht aus drei Teilen. Eine Regelstrecke prüft die Punkte, für die feste Vorgaben gelten, etwa Fristen, Grenzwerte und Pflichtangaben. Ein Modell bewertet die Angaben, die als Freitext oder als Anlage vorliegen. Eine Oberfläche führt beides zusammen und zeigt zu jedem Vorschlag einen Sicherheitswert sowie die Merkmale, die ihn getragen haben. Fälle unterhalb einer festgelegten Schwelle gehen ohne Vorschlag in die reguläre Bearbeitung.
Der Einsatz lohnt sich dort, wo viele gleichartige Fälle anfallen, die Kriterien feststehen und die Angaben aus mehreren Systemen zusammenkommen. Typische Fälle sind die Prüfung eingehender Anträge, die Bearbeitung von Schadensmeldungen und die Freigabe von Rechnungen. Wo jeder Fall anders liegt oder die Kriterien fachlich strittig sind, überwiegt der Abstimmungsaufwand den Gewinn.
Der Vorteil gegenüber einer rein regelbasierten Prüfung besteht darin, dass auch unstrukturierte Angaben in die Vorbereitung eingehen. Gleichartige Fälle durchlaufen dieselbe Prüfreihenfolge, unabhängig davon, wer sie gerade bearbeitet. Die frei werdende Zeit fließt in die Fälle mit Spielraum, in denen eine fachliche Abwägung nötig ist.
Nach § 35a VwVfG ist ein vollständig automatisierter Verwaltungsakt nur bei gebundenen Entscheidungen ohne Ermessens- oder Beurteilungsspielraum zulässig. In allen anderen Fällen bleibt der Vorschlag eine Zuarbeit, und die Verantwortung liegt bei der Person, die den Bescheid am Ende zeichnet.